Wie geht es dir?

Ich meine wirklich: Wie geht es dir aktuell?

Wie hast du die letzten knapp zehn Monate erlebt?

Wie hast du das Jahr 2020 erlebt und durchlebt?

Wenn alles ungewiss ist

Wann hört die Pandemie auf? Wann wird es einen Impfstoff geben? Wann kann ich wieder … tun, leben, erfahren etc.? All das war oder ist ungewiss. Doch eins ist sicher: Das Jahr ist für jeden von uns anders gelaufen als zuvor gedacht oder gehofft. Vielleicht fühlst du dich durch die äußeren Umstände und die permanente Ungewissheit wie festgefroren. Manchmal hoffnungslos oder sogar ausgeliefert. Und kurz vor Beginn eines neuen Jahres stellst du dir mindestens genauso viele Fragen wie zuvor:

Wie geht es weiter? Wann werde ich wieder unbeschwert Zeit mit Familie und Freunden verbringen können? Was wird mit meinem lang gehegten Plan, mich selbstständig zu machen? Was wird aus dem Wunsch …?

Ein tiefer Sinn hinter allem, was ist

Ich glaube fest daran, dass selbst so etwas wie diese Pandemie ihren tieferen Sinn hat. Für JEDE(N) von uns.

2020 hat uns gelehrt, demütig zu sein, es hat uns Geduld gelehrt und es hat uns gelehrt, was im Leben am wichtigsten ist. Klar, wahrscheinlich hättest du dieses Paket an Lehren und Weisheiten nicht in dieser Form bestellt. Und trotzdem bin ich mir sicher, dass du auch DANK diesem so verrückten Jahr einiges an guten Dingen mitnehmen kannst.

Was ist es, was du mitnimmst? Woran konntest du dich trotz der Turbulenzen immer wieder erfreuen? Was ist Positives entstanden, trotz oder vielleicht gerade aufgrund dieser surrealen Epidemie-Zeit?

Ich bin mir sicher, du kannst mindestens einen guten Punkt aufzählen.

Und trotzdem hat diese Zeit etwas in dir bewirkt, das dich auf die Probe gestellt hat. Das dich dazu gezwungen hat, Kontrolle abzugeben. Andere Herangehensweisen auszuprobieren, wenn das Bewährte nicht mehr funktionierte. Über deinen eigenen Schatten zu springen, wohlwissend, dass du dich sonst nur noch mehr wie festgefroren fühlen würdest.

Resilienz: Deine seelische Power

Das alles und die andauernde Ungewissheit, wie es weitergeht, ist eine Belastungsprobe. Es hat dir gezeigt, wie du mit einer Krise (für die du ja rein gar nichts kannst) umgehst. Vielleicht fandest du dich oft beim Grübeln wieder. Oder dabei, dass du Angst verspürst. Oder dabei, dass deine Lebensfreude allmählich dahinschwindet. Jeder geht mit Krisen anders um. Menschen, die nahezu unbeschadet eine Krise, Leid oder Rückschläge überstehen oder trotz aller Widerstände ihren Lebensmut nicht verlieren, Druck und Frust besser wegstecken, nennt man resiliente Menschen. Und Resilienz ist etwas, das man trainieren und erlernen kann.

So denke ich zumindest. Denn das ist meine persönliche Erfahrung. Und ich möchte dir gerne heute einige Impulse geben, was bei mir in den letzten Jahren sehr gut funktioniert hat, um mit Krisen und Rückschlägen besser umzugehen. Und noch mehr: um gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

Wie kannst du deine seelische Power stärken?

1. Nimm an, was ist

Das ist mit die beste Lektion, die ich verinnerlicht habe. Statt gegen etwas anzukämpfen, worauf ich gar keinen Einfluss habe, versuche ich das, was ist, anzunehmen und zu akzeptieren. Lasse deine Emotionen zu. Egal, welcher Art sie sind. Sie sind wichtig und wollen dir etwas mitteilen. Unglaublich, dass mich ausgerechnet eine Drama-Arztserie auf diese Lektion gebracht hat. Denn, haltet euch fest: Gerade in Grey´s Anatomy (eine der wenigen Serien, die ich je geguckt habe) habe ich das sogenannte „Gelassenheitsgebet“ das erste Mal gehört:

„God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, courage to change the things I can, and wisdom to know the difference“. Also auf Deutsch:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden“.

Das hat mir so gut gefallen, dass mich dieses Gebet seither immerzu begleitet.

2. Versuche, gute Gedanken zu pflegen

Früher dachte ich immer, das wäre die Glücksformel schlechthin. Aber ohne die Akzeptanz dessen, was ist und was man nicht ändern kann, helfen noch so viele positive Gedanken nicht viel. Wenn du dich anschließend aber auf das Gute konzentrieren kannst, spürst du, wie sich deine Wahrnehmung dessen, was ist, verändert. Du kannst dich nicht gut fühlen, wenn sich in deinem Kopf unzählige schlechte Gedanken oder die schlimmsten Szenarien abspielen. Versuche deine Gedanken daher auf etwas Positives zu lenken und jeder Situation etwas Gutes abzugewinnen. Das ist vielleicht (am Anfang) schwer. Aber es hilft wirklich.

3. Rekalibriere, was nicht gut war

Hier gehe ich sogar einen Schritt weiter. Ich versuche nicht nur in jeder Situation etwas Gutes zu sehen. Wenn mir etwas Blödes, etwas Schlimmes widerfährt, versuche ich, das zu rekalibrieren. Hat dir beispielsweise jemand etwas Unschönes gesagt, dann sage der nächsten Person bewusst und von Herzen etwas Schönes. Wurdest du vielleicht bestohlen oder hintergangen, dann sei großzügig und gib etwas an jemanden, der es vielleicht nötiger braucht als du. Du hast immer die Möglichkeit, das zu bereinigen, was nicht gut gelaufen ist.

4. Mache das, was dir guttut

Zeige Fürsorge dir gegenüber. Kümmere dich um dich selbst. Dazu gehört es auf gesunde Weise etwas egoistisch zu sein. Denn nur, wenn du dich selbst gut und zufrieden fühlst, kannst du auch für andere da sein, anderen etwas Gutes tun. Mache eine Liste an Tätigkeiten oder Dingen, die dir guttun.

Was lässt dich ERSTRAHLEN?

Versuche mehr davon in dein Leben zu lassen.

5. Bleibe aktiv

Bewegung tut Körper, Geist und Seele gut. Joseph Pilates, der Erfinder der klassischen Pilates-Methode hat einst gesagt: „Körperliche Gesundheit ist die Voraussetzung zum Glück“. Und das ist so wahr. Wenn du dich bewegst, dann bewegst du etwas in deinem Inneren. Du bewegst deine Emotionen, lässt sie durch dich hindurchfließen, sie in Balance bringen. Das ist unglaublich reinigend und stärkend. Was Pilates, das ursprünglich Contrology hieß, angeht: Die Tatsache, dass man jede einzelne Bewegung und Übung mit der größtmöglichen Kontrolle ausführt, half mir wiederum, Kontrolle im Alltag – abseits der Matte – loszulassen. Und das anzunehmen, was ich nicht kontrollieren kann. Mir persönlich hat tatsächlich Pilates unglaublich geholfen, mentale Stärke zu entwickeln. Keine andere Trainingsmethode fordert in meinen Augen Körper und Geist gleichermaßen auf so hohem Niveau. Es ist für mich eine Philosophie, eine Lebensart, die mich lehrt, meinen Körper zu erforschen, auf ihn zu hören, meinen Geist zur Ruhe zu bringen, Kraft zu tanken und in Balance zu leben, mit mir und der Welt. Aber es muss nicht immer Sport sein. Du kannst genauso gut einfach spazieren gehen. Hauptsache, du bist in Bewegung.

6. Bleibe in Kontakt mit anderen

Hier geht es mir nicht um Kontakt halten im herkömmlichen Sinne. Sondern darum, sich nicht zu scheuen, wenn andere etwas Unschönes in dir auslösen. Wenn dich jemand triggert und negative Emotionen auslöst, hat das immer etwas mit dir, nicht nur mit der jeweiligen Person zu tun. Menschen, die etwas in dir auslösen sind immer deine besten Spiegel. Wenn du hinterfragst und reflektierst, wieso dich das, was jemand (nicht) gesagt oder (nicht) getan hat, verärgert, erfährst du unglaublich viel über dich selbst. Das macht dich stark.

7. (Er-)Nähre dich und schlafe gut

So simpel, aber so wichtig. Auch wenn die Verlockung da ist, sich immer wieder mit Fast Food zu versorgen: Wähle dein Essen mit Bedacht und setze auf gesunde Kost, die dich und deinen Körper nährt. Denn das, was du isst, hat nicht nur unmittelbaren Einfluss auf deine Gesundheit, sondern darauf, wie du dich fühlst. Wer längere Zeit zu wenig oder schlecht schläft, hat ebenfalls ein höheres Risiko, (seelisch) krank zu werden. Guter und vor allem ausreichender Schlaf hilft zusätzlich dein Immunsystem stark zu halten und dich gut zu fühlen.

8. Verweile in der Natur

Nicht erst seitdem das japanische Shinrin-yoku (Waldbaden) angesagt ist, weiß man, wie erholsam und heilend es ist, Zeit im Wald, in der Natur zu verbringen. Ob im Wald, in den Bergen oder auf Feldern und Wiesen: Jedes Mal aufs Neue merke ich, wie schnell Gefühle von Glück, Dankbarkeit und Frieden in mir aufkommen. Und wie unkompliziert es ist, in der Natur zur Ruhe zu kommen. Das Beste ist: Es ist vollkommen kostenlos.

9. Scheue nicht, nach Hilfe zu fragen

Wenn du dich wirklich schlecht fühlst und merkst, dass etwas nicht stimmt, dann suche Hilfe auf. Es gibt viele Anlaufstellen, an die du dich wenden kannst: eine psychologische Beratungsstelle in deiner Nähe, ein Selbsthilfeforum im Internet oder zunächst deinen Arzt. Ich habe selbst vor einigen Jahren die Hilfe einer Therapeutin in Anspruch genommen und das war das absolut Richtige zu dieser Zeit. Es hat mir nicht nur geholfen, eine Krise zu meistern, sondern meine Persönlichkeit zu entwickeln.

10. Sei mutig

Ich gebe zu, es ist wohl mit das Schwierigste. Egal, wie resilient man selbst ist und wie gut man mit Krisen und Rückschlägen umgehen kann. Aber das zu tun, was man sich vornimmt, trotz der Ängste, trotz Unsicherheiten, erfordert Mut. Aber es macht dich stark. Es gibt dir Selbstvertrauen. Es gibt dir das Gefühl, dass du selbst für dein Leben verantwortlich bist. Du kannst dich (ver-)wandeln und entscheiden, wie du auf etwas reagierst, auch wenn du das Gefühl hast, in etwas festzustecken. Und das, obwohl dir eine innere Stimme versucht, etwas anderes einzuflüstern (PS.: In diesem Blogpost habe ich über meinen inneren Kritiker gesprochen und mit welchen Methoden ich ihn im Zaum halten kann, um trotzdem mutig zu sein und das zu tun, was mir wichtig ist und was ich möchte).

Vielleicht spricht dich ein Impuls ganz besonders an. Einer, den du selbst noch nie bei dir angewendet hast. Ich hoffe sehr, dass das, was ich mit dir teile, etwas in dir ausgelöst hat. Und, dass es dich ein Stück weit inspiriert, besser mit unangenehmen Situationen, (inneren) Widerständen oder Krisen zurechtzukommen ✨

Hast du auch eigene Methoden, wie du besser mit schwierigen Zeiten umgehst? Was stärkt dich, wenn es im Außen oder im Innen turbulent zugeht? Teile es gerne im Kommentar oder schreibe mir direkt. Ich freue mich darauf, von dir zu hören und zu lesen.

Auf deinen Erfolg, ein starkes ICH und ein gutes 2021❤

Deine Natalia 😘

 

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